Recruiting

30 Fragen für Mitarbeiter-Interviews im Recruitingvideo

Ob ein Recruitingvideo glaubwürdig wirkt, entscheidet sich im Interview. Ich bin Marc Herzog, Gründer und Producer von Herzog Mediaworks. Herzog Mediaworks produziert Recruitingfilme und Mitarbeiter-Testimonials für Unternehmen in Bayern und deutschlandweit. In diesem Artikel findest du 30 Fragen, die echte Antworten liefern, sortiert nach Themen, plus Tipps, wie du sie richtig stellst.

Videograf Marc herzog
Marc Herzog
20.10.2026
Marc Herzog übergibt einer Mitarbeiterin vor dem Interview ein Ansteckmikrofon
Inhaltsverzeichnis
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01. Warum die Fragen über das Video entscheiden

Bei Interviews für Recruitingfilme fällt mir eines immer wieder auf: Die meisten Menschen sind vor der Kamera erst mal nervös. Das ist völlig normal. Das Licht geht an, ein Mikrofon steckt am Kragen, und plötzlich soll man etwas Kluges über seinen Job sagen.

Kommt dann eine Frage wie "Was gefällt dir an deinem Arbeitgeber?", passiert fast immer das Gleiche. Die Antwort klingt nach Pressemitteilung: tolles Team, spannende Aufgaben, offene Kultur. Nicht gelogen, aber auch nicht überzeugend.

Gute Fragen funktionieren anders. Sie fragen nicht nach Meinungen, sondern nach Momenten. Wie war dein erster Tag? Wann warst du zuletzt richtig stolz auf etwas? Bei solchen Fragen fangen Menschen an zu erzählen, und genau aus diesen Geschichten entstehen die Sätze, die im Film hängen bleiben.

Die folgenden 30 Fragen haben sich in meinen Interviews bewährt. Du musst nicht alle stellen. Für ein Interview reichen meist acht bis zwölf, je nachdem, wer vor der Kamera sitzt und was der Film erzählen soll. Wie das Ergebnis aussehen kann, zeigt das Mitarbeiter-Testimonial für REALEYES:

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02. Fragen zum Einstieg

Die ersten Minuten sind zum Warmwerden da. Ehrlich gesagt landen diese Antworten selten im fertigen Film. Aber sie geben der Person Zeit, sich an die Situation zu gewöhnen. Nach drei, vier leichten Fragen über den eigenen Werdegang merkt man richtig, wie die Schultern runtergehen.

  • Stell dich kurz vor: Wie heißt du und was machst du hier?
  • Seit wann bist du im Unternehmen?
  • Was hast du vorher gemacht?
  • Wie bist du auf das Unternehmen aufmerksam geworden?
  • Wie war dein erster Arbeitstag?

03. Fragen zum Arbeitsalltag

Jetzt wird es spannend, denn hier entstehen meist die besten Aussagen. Bewerber wollen vor allem eines wissen: Wie sieht die Arbeit wirklich aus? Eine Stellenanzeige beantwortet das oft nur in Schlagworten. Ein Mitarbeiter, der von seinem ganz normalen Dienstagvormittag erzählt, macht es greifbar.

Mein Favorit in dieser Gruppe ist die Frage, was an dem Job anders ist, als man von außen denkt. Darauf kommen oft überraschend ehrliche Antworten.

  • Wie sieht ein typischer Arbeitstag bei dir aus?
  • Was machst du als Erstes, wenn du morgens anfängst?
  • Welche Aufgabe macht dir am meisten Spaß?
  • Was ist an deinem Job anders, als man von außen denkt?
  • Wann warst du zuletzt richtig stolz auf deine Arbeit?
  • Was ist die größte Herausforderung in deinem Job?

04. Fragen zu Team und Zusammenarbeit

Neben der Aufgabe entscheidet vor allem das Umfeld, ob sich jemand bewirbt. Mit wem sitze ich jeden Tag zusammen? Wie gehen die miteinander um? Diese Fragen machen das Team sichtbar.

Besonders aufschlussreich ist die Frage, was passiert, wenn mal etwas schiefläuft. Die Antwort verrät mehr über die Kultur eines Unternehmens als jedes Leitbild an der Wand.

  • Wie würdest du dein Team in drei Worten beschreiben?
  • Wie läuft die Zusammenarbeit mit anderen Abteilungen?
  • Was passiert bei euch, wenn mal etwas schiefläuft?
  • Wie ist das Verhältnis zu deiner Führungskraft?
  • Was macht euer Team besonders?
  • Was unternehmt ihr auch mal außerhalb der Arbeit?

05. Fragen zu Entwicklung und Perspektiven

Gerade Fachkräfte und Berufseinsteiger wollen wissen, wohin die Reise gehen kann. Eine Liste mit Weiterbildungsangeboten liest sich dabei schnell wie Pflichtprogramm. Eine persönliche Geschichte bleibt dagegen hängen: wie jemand angefangen hat, was er gelernt hat und wo er heute steht. Deshalb lohnt es sich gerade hier, nach konkreten Stationen und Beispielen zu fragen.

  • Wie hast du dich seit deinem Start weiterentwickelt?
  • Welche Weiterbildungen hast du hier schon gemacht?
  • Wie wurdest du am Anfang eingearbeitet?
  • Wo siehst du dich in ein paar Jahren?
  • Was hast du hier gelernt, das du vorher nicht konntest?

06. Fragen zu Motivation und Unternehmen

Warum jemand gekommen ist, ist interessant. Warum jemand bleibt, ist für Bewerber oft noch spannender. Genau das zeigen diese Fragen.

Eine meiner liebsten Fragen ist: Was erzählst du Freunden über deinen Arbeitgeber? Sie wechselt die Perspektive. Plötzlich spricht die Person nicht mehr "offiziell", sondern so, wie sie es beim Abendessen erzählen würde. Und genau dieser Ton wirkt im Film am glaubwürdigsten.

  • Warum hast du dich damals für das Unternehmen entschieden?
  • Was hält dich hier?
  • Was erzählst du Freunden über deinen Arbeitgeber?
  • Was ist hier anders als bei früheren Arbeitgebern?
  • Wofür steht das Unternehmen für dich?

07. Fragen für einen starken Abschluss

Zum Schluss lohnt es sich, gezielt nach kurzen, zusammenfassenden Aussagen zu fragen. Aus diesen Antworten werden oft die letzten Sätze im Film oder der erste Satz eines Social-Media-Clips.

  • Was würdest du jemandem sagen, der überlegt, sich bei euch zu bewerben?
  • Welche Art Mensch passt gut in euer Team?
  • Wenn du deinen Job in einem Satz beschreiben müsstest, wie würde er lauten?

08. So stellst du die Fragen richtig

Die beste Frageliste bringt wenig, wenn sich das Interview wie ein Verhör anfühlt. Ein paar Kleinigkeiten machen einen großen Unterschied.

Im fertigen Film hört man meist nur die Antwort, nicht die Frage. Deshalb bitte ich vorab darum, die Frage in der Antwort aufzugreifen. Statt "Mit einem Meeting" heißt es dann "Mein Arbeitstag beginnt meistens mit einem kurzen Meeting im Team". Das fühlt sich die ersten zwei, drei Mal komisch an. Danach klappt es fast von selbst.

Die erste Antwort ist oft noch etwas allgemein. Ein einfaches "Hast du dafür ein Beispiel?" wirkt dann Wunder. Und manchmal hilft es, einfach nichts zu sagen. Pausen auszuhalten fällt schwer, aber viele der besten Sätze kommen genau nach diesem kurzen Moment des Nachdenkens.

Noch ein Punkt zur Vorbereitung: Ich schicke vorher die Themen, aber nicht die genauen Fragen. Wer die Fragen kennt, legt sich Antworten zurecht und sagt sie dann auf. Das hört man sofort. Am besten wird es, wenn sich das Interview wie ein echtes Gespräch anfühlt, in dem man auf das eingeht, was der andere sagt.

09. Fragen, die du besser vermeidest

Manche Fragen funktionieren vor der Kamera einfach nicht. Auf "Arbeitest du gern hier?" bekommst du ein freundliches "Ja", und das war's. Fragen wie "Was gefällt dir an unserer tollen Kultur?" geben die Antwort schon vor, und das hört man im Film. Und bei "Erzähl mal was über das Unternehmen" wissen die meisten gar nicht, wo sie anfangen sollen.

Themen wie Gehalt oder interne Konflikte lasse ich grundsätzlich weg. Sie bringen die Person in eine unangenehme Lage, und verwenden lässt sich davon ohnehin nichts. Wie ein Interview wirkt, das ohne solche Fallen auskommt, zeigt das Testimonial für Fernao:

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10. Häufige Fragen

Wie viele Fragen sollte ein Mitarbeiter-Interview haben?
Meist acht bis zwölf. Das Interview selbst dauert dann etwa 20 bis 30 Minuten pro Person.

Sollen Mitarbeiter die Fragen vorher bekommen?
Die Themen ja, die genauen Fragen besser nicht. So bleiben die Antworten spontan und glaubwürdig.

Wer sollte das Interview führen?
Am besten jemand, der die Person nicht beurteilt. Interviews durch die eigene Führungskraft wirken oft gehemmt. Eine externe Person schafft meist eine entspanntere Atmosphäre.

Welche Mitarbeiter eignen sich für ein Recruitingvideo?
Menschen aus unterschiedlichen Bereichen und Positionen, die gern über ihre Arbeit sprechen. Kameraerfahrung ist nicht nötig.

11. Fazit

Ein gutes Recruitingvideo entsteht nicht durch die Kamera, sondern durch die Fragen. Wer nach echten Erlebnissen fragt, nachhakt und den Menschen Zeit lässt, bekommt Aussagen, die Bewerber wirklich erreichen. Und die Mitarbeiter gehen am Ende meist mit einem guten Gefühl aus dem Interview, weil es sich eher wie ein Gespräch angefühlt hat als wie ein Auftritt.

Wie Mitarbeiter-Testimonials aussehen können, siehst du auf der Seite Testimonial-Videos. Wie solche Videos in Stellenanzeigen wirken, zeigt der Artikel Stellenanzeige mit Video.